Kornelkirsche: Wissenswertes & Rezepte

Die Kornelkirsche (Cornus mas), bei uns auch Dirndl genannt, ist aus botanischer Sicht nicht mit der uns bekannten Kirsche verwandt. Die Dirndln gehören nämlich zu den Hartriegelgewächsen, die Kirsche wiederum zu der großen Pflanzenfamilie der Rosengewächse.

Den Dirndlstrauch findet man gerne in Hecken oder auch am Waldrand und ist ein absoluter Frühblüher! Schon im Februar oder März entzückt uns die Staude mit ihrer goldgelben Blütenpracht und ein zarter Duft nach Honig wird von ihr verströmt. Diese Blüten können übrigens, ähnlich wie man es vom Holunder kennt, in Palatschinkenteig (Teig etwas dicker machen) getaucht und in der Pfanne in Öl herausgebraten werden. 

Im Spätsommer ab August bis hinein in den September kann man dann schließlich die intensiv roten, glänzenden Früchte ernten. Vom Geschmack her sind sie säuerlich, aber sehr vitaminreich. Kornelkirschen haben etwa doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen. Auch mit vielen Mineralien, wie Kalium, Magnesium und Kalzium, kann die rote Frucht punkten. Sie kann kulinarisch vielseitig verwendet werden.

Kulinarisches

Aus der Frucht lassen sich schmackhafte Säfte, Gelees und Marmelade zubereiten. Auch herzhafte „Chutneys„, „Falsche Oliven“ oder ein geistiger „Dirnd-Likör“ können aus der Wildfrucht hergestellt werden.

Selbst die Kerne können verwertet werden. Ein feines Rezept dazu habe ich etwas weiter unten für euch.

„Sie verletzt keinen Menschen, denn sie reinigt und stärkt den schwachen und auch gesunden Magen und fördert so die Gesundheit.“
Hildegard von Bingen(1098-1179)

Volksheilkunde

Wie man im vorangegangen Text sieht, wurde die Kornelkirsche aber nicht nur kulinarisch, sondern auch zu Heilzwecken eingesetzt. Schon Hildegard von Bingen schrieb davon, dass die Früchte eine reinigende und stärkenden Wirkung auf den Magen hätten.

Bei Gicht wiederum empfahl sie ein Bad aus Blättern, Holz und Rinde.

Heute weiß man, dass die Früchte tatsächlich eine nicht zu unterschätzende Heilkraft besitzen. Sie haben eine antioxidative, entzündungshemmende, cholesterinsenkende und sogar antidiabetische Wirkung.

Man kann also durchaus sagen: „Hole dir einen Dirndlstrauch in deinen Garten!“

Geist & Seele können sich im Frühling an der baldigen Blütenpracht und dem wunderbaren Honigduft erfreuen. Über den Frühling bis in den Spätsommer hinein können wir unseren Körper schließlich mit kulinarischen Zubereitungen & naturheilkundlichen Anwendungen verwöhnen.

Die Kornelkirsche blüht bereits im Vorfrühling

10 Fakten über die Kornelkirsche

  1. Das Holz des Dirndstrauchs ist so hart und schwer, dass es nicht schwimmt. Es geht im Wasser unter.
  2. In früheren Zeiten wurden Speere und andere Waffen aus dem harten Holz gefertigt.
  3. Wanderstöcke aus dem harten Holz waren früher stets sehr begehrt.
  4. Aus den Kernen stellte so manch einer einen Rosenkranz her. 
  5. Der Dirndlstrauch kann bis zu 100 Jahre alt werden.
  6. Kurios: Weil gerne zwei Früchte zusammen hängen, wird die Kornelkirsche auch Hahnenhoden 🙂 genannt.
  7. Die Vermehrung ist über Stecklinge möglich. Man kann sich also ganz einfach einen Dirndlstrauch für den eigenen Garten ziehen.
  8. Magisches: Im alten Babylon meinte man, anhand eines speziellen Rituals, die Geburt damit beschleunigen zu können. 
  9. Die Zweige galten als Fruchtbarkeits- und Glücksbringer. Es wäre doch auch heute eine schöne Geste, ein paar schön zusammen-gebundene Zweige, als Glücksbringer zu verschenken.
  10. Aus den Kernen lässt sich ein aromatischer Kaffeezusatz herstellen.

REZEPTE

So, nun habe ich aber noch ein paar feine Rezepte für euch. Wie ich ja bereits geschrieben habe, können aus den Blüten, die schon im Vorfrühling wachsen, leckere Dirndl-Küchli gebacken werden. Dazu braucht es nicht mehr, als einen etwas festeren Palatschinkenteig, in den man die sauberen Blüten gut eintaucht und schließlich in Öl ausbrät. Mit Staubzucker bestreuen und ein klein wenig Honig garnieren und schon...mmmhhhhhmmm!

Leckeres Dirndl-Chutney

Neben Marmelade, Mus, Gelees oder Sirup lässt sich auch sehr leckeres Chutney daraus zaubern.  Ich habe dazu etwas abgewartet, bis die Früchte richtig reif, fast überrreif, waren. Da ich ein Zwetschkenfan bin, sind auch solche mit hinein in mein Chutney gewandert. Hier kann aber natürlich variiert werden.

Wärmende Gewürze passen in den beginnenden Herbst und so dürfen Nelken, frischer Ingwer, Muskatnuss und die duftende Vanille nicht fehlen.

Unten habe ich das Rezept zusammengefasst. Mit einem Klick auf die rechte Maustaste kannst du es dir gerne herunterladen.

Da bei allen Zubereitungen stets die Kerne über bleiben, habe ich auch noch eine tolle Verwertungsmöglichkeit für sie entdeckt.

Aus den gereinigten, getrockneten Kernen kann man nämlich einen aromatischen, nach Vanille duftenden Kaffeezusatz machen.

Vanilliger Dirndl-Kaffeezusatz

Bei diesem Rezept ist es wichtig, dass man die Kerne wirklich gut sauber bekommt. Es sollte kein Fruchtfleisch mehr dran hängen. Nach dem Reinigen habe ich die länglich geformten Kerne, sie erinnern in ihrer Form tatsächlich an Kaffeebohnen, für 2 Tage in die Sonne zum Trocknen gelegt.

Nun gibt man sie in eine Pfanne (ohne Fett!) und röstet sie bei mittlerer Hitze langsam an, bis sie eine schöne braune bis dunkelbraune Farbe bekommen. Bei mir  hat das mindestens 1/2 Stunde gedauert. Wichtig ist auch, dass man dabei bleibt und die Kerne in der Pfanne regelmäßig wendet, so dass hier nichts anbrennt.

Nach dem Anrösten lässt man die Röstung etwas überkühlen und mahlt die Kerne schließlich zu einem feinen Pulver

Der fertige Dirndlkerne-Kaffeezusatz wird dann mit dem gemahlenen Kaffee vermischt. Ich habe hier 4 Teile Kaffee mit 1 Teil Dirndlkerne-Pulver gemischt. Wobei man hier ein wenig herumexperimentieren kann, um die richtige Dosierung für sich zu finden.

Daraus macht man dann schließlich wie gewohnt seinen Kaffee. Ich habe meinen selbst aufgebrüht.

Das Ergebnis schmeckt wirklich toll. Man bekommt als Dank für die Mühe einen leckeren Kaffee mit einer aromatisch vanilligen Geschmacksnote.

Hier habe ich das Rezept nochmal zusammengefasst:

Last but not least und von der Idee her sicher nicht neu, – aber gerade in der kalten Jahreszeit immer sehr aktuell: Näht euch mit den sauberen und getrockneten Kernen der Kornelkirschen doch ein DIY-Wärmesäckchen.

DIY-Dirndlkerne-Wärmesäckchen

Ich finde die Idee total schön, weil mir die Nachhaltigkeit daran gefällt. Außerdem ist es auch etwas, was man ganz hervorragend mit Kindern machen kann. Die Kerne gemeinsam reinigen, zum Trocknen auflegen und das Säckchen schließlich gemeinsam befüllen

Solche gemeinsamen Mini-Projekte machen Spaß, verbinden und das Wärmesäckchen hat zudem einen ganz anderen Wert, wenn man es von Hand macht.

Außerdem ist ein DIY-Wärmesäckchen auch ein schönes Mitbringsel!

Der Dirndlstrauch ist wirklich vielfältig einsetzbar und zudem wunderschön anzusehen.

Findest du nicht auch? Bis bald & liebe Grüße.

Add reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*