Wald- & Wiesen Franzbranntwein

Die frischen, hellgrünen Fichten-Neuaustriebe sind gerade überall zu sehen. Je nach Wetterlage treiben sie Ende April bis Mai (daher der Name Waiwipferl) aus.

Anfangs haben sie eben diesen wunderschönen hellen Farbton und die frischen Nadeln sind jetzt auch noch sehr weich. Vom Geschmack her sind sie säuerlich, das Harzige kommt aber schnell durch.

Die Fichte schenkt uns das ganze Jahr über ihre Schätze. Ob nun das wertvolle Baumpech für unsere Harzsalben, die schönen Zapfen für die winterliche Dekoration oder eben jetzt die Maiwipferl.

Natürlich möchte ich auch an dieser Stelle erwähnen, wie wichtig es ist, mit Achtsamkeit und Hausverstand zu sammeln. Wir dürfen uns an den Schätzen der Natur bedienen, – aber dabei darf man nie das Augenmaß verlieren. Zu uns hat man früher halt öfter gesagt: „Hirn einschalten!“ Das hört sich wohl ein wenig, hmm…ich sag mal robust an, aber es ist was dran. – Denn eigentlich wissen wir, dass man nicht alles von einem Baum nimmt, sondern lieber weniger von mehreren.  – Und natürlich nicht mehr als man eben braucht.

Wichtig auch: Darauf achten, dass man die  Fichte nicht mit der hochgiftigen Eibe verwechselt.

WALD- & WIESEN-FRANZBRANNTWEIN

Nachdem der „Maiwipferl-Schichtsirup“ ja wirklich ein Klassiker ist, möchte ich euch heute ein Rezept für einen „Wald- & Wiesen-Franzbranntwein“ vorstellen. Aus dem Wald dürfen wir dazu die Maiwipferl ernten und von der Wiese holen wir uns etwas vom Kriechenden Günsel.

Wir nützen die schmerzlindernde, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde, kräftigende Wirkung der Fichtentriebe.

Dazu nehmen wir noch den Kriechenden Günsel mit an Board. Auch dieses ausnehmend schöne Kräutlein, ein Lippenblütler, steht momentan in der Blüte und wirkt ebenfalls schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Optional kann man auch noch andere Kräuter zugeben.

Gerade wenn es um stumpfe Verletzungen geht, kann man das Gänseblümchen dazugeben. Man möchte es ihr vielleicht nicht zutrauen, aber die „kleine Miss Daisy“ hat große Kräfte.

Wer Wacholder im Garten hat, kann davon Nadeln dazugeben. Vielleicht hast du aber auch Wacholderbeeren daheim. Dann nimm ein paar davon mit hinein in deine Tinktur, quetsche sie aber vorher mit dem Mörser etwas an. Wacholder fördert die Durchblutung und lindert Schmerzen. 

Auch Nelken sind bekannt dafür, wie effektiv sie uns bei Schmerzen unterstützen können. 

Es gibt hier wirklich viele Ergänzungsmöglichkeiten. 

Wir nehmen in diesem Rezept heute aber Günsel und Fichte. Um die Inhaltsstoffe herauszulösen, brauchen wir Alkohol. Ich verwende hier einen guten Korn mit knapp 40 % Alkohol. Auch Wodka oder ein anderer klarer Schnaps können verwendet werden. Er sollte von guter Qualität sein.

Mit dem Alkohol holen wir aus unserem Pflanzengut nun die wasser- und alkohollöslichen Inhaltsstoffe heraus. Er durchdringt die Pflanzenzellen besonders gut und löst zB ätherische Öle, Harze, Schleimstoffe oder Saponine  und nimmt sie auf. 

TINKTUR

Wir stellen also eine Tinktur, einen alkoholisch-wässrigen Auszug, mit unseren zwei Pflänzlein von Wald & Wiese her.

Ich nehme dazu 1 Teil Günsel und 1 Teil Fichtenwipferl.

Mit einem Messer (ich mache das immer mit einem Wiegemesser) zerkleinere ich das Pflanzengut gründlich. Nun gebe ich es in ein Schraubglas und gieße so viel Alkohol drauf, bis dieser gut fingerdick über den Kräutern steht.

Dann verschließe ich das Glas.

Bei Zimmertemperatur stelle ich meinen Ansatz an ein eher dunkles Plätzchen. Dort darf er nun 14 Tage verweilen und seine Arbeit tun. Ein bisschen Unterstützung braucht der Kräuter-Alkohol-Ansatz dann aber doch. Täglich ein- bis zweimal schütteln, – das ist noch wichtig! – Denn so werden die Wirkstoffe, die uns nachher bei Gelenks- & Muskelschmerzen unterstützen sollen, viel besser herausgelöst.

Nach der Auszugszeit öffne ich nun das Glas, gieße den Inhalt erst einmal durch ein Sieb, damit das grobe Pflanzenmaterial von der Flüssigkeit getrennt wird. Anschließend filtere ich das Ganze nochmal durch einen Kaffeefilter.

ÄTHERISCHE ÖLE

Um die Wirkung der Tinktur zu optimieren, kommen  bei mir noch ätherische Öle mit hinein. Das ist natürlich kein Muss, aber die schmerzlindernde Wirkung des „Wald- & Wiesen-Franzbranntweins“ verstärkt sich durch ihren Einsatz natürlich schon noch.

Auf 100 ml fertige Tinktur gebe ich 20 Tropfen Weißtanne, 20 Tr. Cajeput und 10 Tr. Lavendel fein.

Die ätherischen Öle lösen sich im Alkohol zwar etwas auf, – vor Benutzung des „Wald- & Wiesen-Franzbranntweins“ aber trotzdem immer nochmal aufschütteln. Für eine vollständige Auflösung der äth. Öle ist der Alkoholgehalt zu niedrig. Sie setzen sich oben immer ein wenig ab. Aus diesem Grund ist das Schütteln vor dem Einsatz einfach wichtig!

Kurz noch zu den Wirkungen der ätherischen Öle:
Weißtanne
riecht intensiv und frisch. Man ist von null auf jetzt mitten im Wald! Der Duft ist unglaublich einprägsam, Baumkraft pur. Das ätherische Öl klärt und zentriert, macht wach, fokussiert und konzentriert. Bekannt ist es natürlich auch für seine antivirale bzw. die Raumluft reinigende Wirkung. Die Weißtanne ist aber auch schmerzlindernd und passt optimal in unser Rezept.

Cajeput gehört zu meinen absoluten Favourites. Es ist Bestandteil meiner Ätherisch-Öl-Hausapotheke. Vom Duftprofil her riecht es mit seinem hohen Oxid-Gehalt (1,8 Cineol) eher medizinisch, – aber trotzdem rund. Cajeput hilft bei Erkältungen und vor allem auch bei Schmerzen! – Und das bei extrem guter Verträglichkeit, – sogar bei den kleineren Kids.

Lavendel fein ist unsere „Apotheke in der Flasche“. Neben seinen dutzenden anderen  Indikationen ist es mitunter auch schmerzlindernd. Zudem schmeichelt es unserer Haut und mit seinem blumig-krautigen Duft auch unserer Nase.

ANWENDUNG:

Der „Wald- & Wiesen-Franzbranntwein“ ist zur äußerlichen Anwendung und zum Einsatz am Erwachsenen gedacht. 

Er unterstützt bei Gelenks-, Nerven- oder Muskelschmerzen, Verstauchungen, Prellungen, Verspannungen, müden Beinen oder auch bei rheumatischen Beschwerden. Die betroffenen Stellen partiell 2-3 x täglich damit einreiben.

Alkohol in dieser Konzentration trocknet die Haut aus, also eincremen nicht vergessen. Nur auf gesunder Haut verwenden, sonst brennts!

Hier habe ich das Rezept nochmal für dich zusammengefasst. 

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