Kräuterhonig & Schulanfang

Am Kalender ist zwar noch Sommer, doch ein Blick auf die morgendlichen Temperaturen, das feuchte Gras und Nebelschwaden hier und da zeigen uns schon recht deutlich, dass der Herbst langsam im Anzug ist. Doch noch befinden wir uns mitten in den “Frauendreißigern“, welche mit Maria Himmelfahrt, am 15. August, begonnen haben und schließlich 30 Tage, bis Mitte September, andauern. Die Kräuter, die in diesem Zeitraum gesammelt werden (Ausnahme Johanniskräuter), sind besonders heilkräftig. Sie können getrocknet werden und in der kalten Jahreszeit zum Räuchern, für Tees, Tinkturen oder andere heilkräftige Anwendungen verwendet werden.

Traditionell bindet man zu Maria Himmelfahrt einen Kräuterbuschen. Er enthält eine bestimmte Anzahl an Kräutern, wird getrocknet und im Haus aufgehängt. Oftmals wird er noch heute im “Hergottswinkel“ angebracht. Er soll aber nicht nur für das Auge und zum Schutze dienen, sondern auch bei Krankheit helfen.

Wir befinden uns also noch mitten in der Kräutersammelzeit. Wiesen- und Gartenkräuter können, ein zwei sonnige Tage vorausgesetzt, jederzeit geerntet werden.

 

KANADISCHE GOLDRUTE (Solidago canadensis)

Das üppige gelb der kanadischen Goldrute ist typisch für den Spätsommer. Schon von weitem sieht man sie beeindruckend leuchten. Auch der intensive, honigartige Duft dieser Pflanze ist unüberriechbar. Diese Goldrutenart ist ein sogenannter Neophyt, also ursprünglich nicht bei uns heimisch, und hat sich in den letzten Jahren explosionsartig ausgebreitet. Teilweise verdrängt sie dadurch auch unsere heimische, sogenannte “Echte Goldrute“. In ihrer Wirkung sind sie jedoch relativ gleichgestellt.

Die Goldrute ist ein Nieren- und Blasenkraut. Auch in Rheumatees sollte sie nicht fehlen. Die zerquetschte, frische Goldrute kann, ähnlich wie man das von Spitzwegerich oder Gänseblümchen kennt, als “Wiesenpflaster“ verwendet werden. Tut man sich weh, die Pflanze zerquetschen bis Saft austritt und direkt auf die betroffene Stelle geben.

Ich schätze ihre Wirkung bei Blasenentzündung. Sie wirkt harntreibend und leicht entzündungshemmend. Eine Tinktur aus der Goldrute, zum Beispiel in Kombination mit Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) und Kapuzinerkresse kann man sich sehr einfach zu Hause
ansetzen. Bei den ersten Anzeichen nimmt man sie dann tropfenweise (ca. 3 x tgl. 20 Tropfen) ein. (Sie ersetzt nicht den Gang zum Arzt.) Natürlich kann die Goldrute auch als Tee wirksam eingesetzt werden.

Das angegebene Rezept bezieht sich auf Frischpflanzen.

 

SALBEI, THYMIAN & CO

Salbei, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Majoran, Zitronenmelisse und einige andere typische Lippenblütler sind oftmals in unseren Gärten zu finden. Sie riechen nicht nur wunderbar, sondern können kulinarisch wie auch in der Volksheilkunde vielfach eingesetzt werden.

Einen Thymian-Lavendel-Hustensirup für die Winterzeit, einen Rote-Nasenbalsam aus Majoran, einen Erkältungsbalsam aus Thymian-Ölauszug oder auch schlicht einen Tee aus Lavendel & Zitronenmelisse, um abends etwas zur Ruhe zu kommen und besser einzuschlafen. Wir haben vielfältige, heilkräftige Schätze in unseren Gärten und bei vielen Wehwehchen können die wunderbaren Helfer aus der Natur uns unterstützen.

Eine leckere und einfache Variante zum Verarbeiten von Kräutern ist der “Kräuterhonig“. Man übergießt dabei zerkleinerte und getrocknete Kräuter mit Honig. Man belässt diese nun einige Wochen im Glas, sodass die Inhaltsstoffe in den Honig übergehen. Die Kräuter können nach der Auszugszeit abfiltriert werden, -das ist natürlich eine etwas klebrige Angelegenheit. Um die Kräuter besser aus dem Honig zu bekommen, kann man den Honig ganz sanft und minimal (um keine Inhaltsstoffe zu zerstören) erwärmen, – dann funktioniert die Sache mit dem Abfiltrieren besser. Wenn es einen nicht stört, kann man die Kräuter natürlich auch im Honig belassen.

In diesem Rezept verwende ich Salbei und Thymian. In Verbindung mit dem Honig sind sie ein probates Hausmittel bei Husten und Halsschmerzen. Natürlich können auch andere Kräuter, wie etwa Lavendel oder Duftrosen verwendet werden. Zitronenmelisse oder Zitronenverbene, nebenbei sehr antiviral, peppen den Geschmack positiv auf.

Den eigenen Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt!

 

BRENNNESSELSAMEN….

Es ist übrigens noch Zeit, um Brennnesselsamen zu sammeln. Überall in der Natur sind sie noch üppig zu finden, sie hängen zu Hauf an den Pflanzen und sind leicht zu ernten. Die kleinen Samen schmecken leicht nussig und sind wahre Kraftpakete. Sie sind reich an Mineralstoffen und verschiedenen Vitaminen und können kulinarisch vielfach genutzt werden. Aufs Butterbrot, über den Salat, ins Müsli oder ins Kräutersalz, – so wie es einem eben am besten schmeckt.

Getrocknet halten sie sich bis zur nächsten Sammelsaison. Also wer noch etwas Schmackhaftes und Gesundes für den Winter sammeln möchte, ist jetzt noch genau richtig in der Zeit!

 

SCHUL- UND KINDERGARTENANFANG…

Die letzte Ferienwoche hat gerade begonnen und unsere Große hat in wenigen Tagen ihren ersten Schultag. Für viele Kinder ist es auch der erste Kindergartentag, wieder andere kommen in eine neue Schule oder der erste Arbeitstag steht vielleicht vor der Tür.

So oder so ist es eine Zeit des Umbruchs, die oftmals mit Unbehagen, kleinen Ängsten und Nervosität verbunden ist. Mit einem Roll-on aus ätherischen Ölen können wir diesen Ängsten ein wenig an Größe und Gewicht nehmen. Man trägt sie beispielsweise auf den Pulsbereich (Hand) oder gleich morgens auf die Fußsohlen auf. Auch eine abendliche Bauchmassage tut gut. Der Roll-on kann von den Kindern mitgenommen und jederzeit verwendet werden. Schon Schnuppern alleine reicht hin und wieder aus, um etwas ruhiger und zentrierter zu werden.

 

Auch die Konzentrationsfähigkeit kann man mit ätherischen Ölen sehr gut unterstützen. Gerade beim Hausübungen machen ist das oftmals ein leidiges Thema. Natürlich kennt man das auch als Erwachsener, wenn der Kopf zu Rauchen beginnt und wir uns nicht mehr
konzentrieren können. Ätherisches Zitronenöl bewirkt hier oftmals Wunder. Es macht uns klar im Kopf und fördert die Konzentration. Hinzu kommt, dass es auch die Raumluft reinigt, was gerade in Grippezeiten ein großer Vorteil ist.

Hier ein Rezept für eine Duftlampenmischung. Die Mischung kann auch in einen Riechstift für unterwegs gegeben werden.

 

Ich wünsche allen einen schönen September. Auf ein baldiges Wiedersehen, liebe Grüße aus dem Donautal wünscht euch Karin von “Wiese, Wald & Co“.