Johanniskraut

Der Juni ist schon wieder einige Tage alt und im Moment habe ich das Gefühl, die Natur explodiert geradezu. Alles wächst und sprießt, viele Wild- & Gartenheilkräuter stehen bereits in voller Blüte, andere warten noch auf einige warme Sonnentage, um ihre Kräfte voll zu entfalten.

ECHTES JOHANNISKRAUT
Eines dieser heilkräftigen und für den Juni typischen Kräuter ist das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum). Die leuchtend gelben Blüten beginnen rund um die Sommersonnenwende bzw. den Johannistag (24. Juni) zu blühen. Diesem Tag, an dem das Geburtsfest von Johannes dem Täufer gefeiert wird, verdankt es auch seinen Namen. Zu finden ist es oft bis in den August hinein, wobei es sich bevorzugt an Böschungen und Waldrändern ansiedelt.

Das Johanniskraut, aus der Nähe betrachtet, ist von ganz besonderer Schönheit. Das einzigartige gelb erinnert an die Sonne, trägt es doch das Licht und die Kraft der längsten Tage des Jahres in sich. Auch früher wusste man schon um die besondere Kraft dieser Pflanze. Bereits Paracelsus sagte vor 500 Jahren, dass Johanniskraut das Licht der Sonne speichern kann, um es in traurige Gemüter zu bringen. Wie recht er hatte, -heute ist wohlbekannt, dass es eine stimmungsaufhellende Wirkung hat.

Johannisblut oder Herrgottsblut wird es im Volksmund auch genannt. Beide Namen deuten auf den Inhaltsstoff Hypericin hin. Er ist rot und gibt einem Ölauszug aus den Blüten die rote Farbe. Daher rührt auch der Begriff Rotöl. Natürlich hat das Johanniskrautöl noch zahlreiche andere Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Hyperforin, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherische Öle.

Typische Erkennungsmerkmale für das echte Johanniskrautöl sind übrigens folgende:
Hält man die Blätter gegen das Licht, sieht man helle, kleine Punkte, die den Eindruck erwecken, als wäre das Blatt durchlöchertZerreibt man die gelben Blütenblätter zwischen den Fingern, färben sie sich bzw. die Haut blutrot. Johanniskrautöl ist bei mir zur äußerlichen Anwendung ganzjährig in Verwendung.

Wie das Rotöl hergestellt wird, kann man hier nachlesen:

 

SCHNELLE JOHANNISKRAUTSALBE

Ob zur Narbenbehandlung, gegen Sonnenbrand oder bei trockener Haut, wenn das Johanniskrautöl fertig abgefüllt ist, kann es vielfältig eingesetzt werden.

Manche verwenden anstatt des Öls lieber eine Salbe. Vielleicht weil es nicht so schnell davonrinnt oder weil es mit der Entnahme für den einen oder anderen etwas einfacher erscheint. Jeder mag es eben ein wenig anders, – ich persönlich verarbeite meine Ölauszüge fast immer zu Salben.

Eine Salbe herzustellen, ist im Prinzip ganz einfach. Man benötigt nur etwas Bienenwachs, um das Öl fest zu machen. Hier ein einfaches Rezept zum Nachmachen:

 

JOHANNISKRAUTÖL – ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN…

Wie schon angeführt, kann das Rotöl bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt werden. Gerade in Form von Einreibungen kann es seine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung sehr gut entfalten.

Mit ätherischen Ölen kann die Wirkung des Johanniskrautöls noch intensiviert bzw. gezielt bei Beschwerden eingesetzt werden. Da ätherische Öle fettlöslich sind, können Sie ganz einfach mit dem Johanniskrautöl vermischt und dann auf die Haut aufgetragen werden.

Hier einige Möglichkeiten, wie Johanniskrautöl gemeinsam mit ätherischen Ölen sinnvoll kombiniert werden kann.

SCHNELLE HILFE FÜR UNTERWEGS…

Für unterwegs habe ich immer einen “Erste-Hilfe-Roll-on“ dabei. Er kann für kleine Blessuren, Abschürfungen, Schnittwunden oder blaue Flecken verwendet werden. Auch wenn die Brennnessel oder eine Bremse, Gelse… einmal „zuschlägt“ verschafft er etwas Linderung. Er passt in jeden Rucksack, in die Handtasche und genauso gut in die Hosentasche.

Hier nun noch das Rezept:

 

Die Urlaubszeit naht und viele von uns freuen sich auf ein wenig Entspannung, auf laue Abende mit der Familie und Freunden oder schlicht auf die Leichtigkeit des Sommers! In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen wunderschönen Juni – mit viel Sonne in der Natur & im Gemüt!

Alles Liebe & bis bald bei “Wiese, Wald & Co“!