Wildkräuterpesto & Vogelmierensalbe

Das neue Jahr ist schon wieder beinahe einen Monat alt und ich hoffe, du bist gut und gesund in 2018 angekommen. Der Winter ist ja eher spärlich, zumindest bei uns hier im Donautal, und Temperaturen bis 10 Grad Celsius sind mitunter immer wieder mal dabei. Entsprechend kann man auch schon beobachten, wie die Natur in den Startlöchern steht und darauf wartet in allen Grüntönen aus der Erde zu sprießen! Schneeglöckchen und Schlüsselblume (!) habe ich bereits vor zwei Wochen auf meiner Walkingstrecke entdeckt. Was für ein wunderschöner, wenn auch verfrühter Anblick!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WILDE KRÄUTER KULINARISCH GENIESSEN

Eines der Wildkräuter, die man – je nach Witterung – beinahe ganzjährig finden kann, ist die Vogelmiere. Stellaria media, so ihr botanischer Name, ist eine flach wachsende Pflanze mit einem saftigen, runden und einreihig behaarten Stängel, frischgrünen Blättern und kleinen weißen Sternblüten. Gut erkennen lässt sie sich auch an ihrem Geschmack, der eindeutig nach jungem Mais kommt. So oder so sollte sie in der Wildkräuterküche ihren fixen Platz haben. – Sie steckt voller Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Eisen) und auch Vitamine (vor allem Vitamin A und C). Nach dem Abschneiden der Triebspitzen die Vogelmiere am besten frisch in einem Aufstrich, aufs Butterbrot oder im Salat genießen. Auch in ein Wildkräuterpesto passt sie gut hinein.

 

 

WILDE KRÄUTER ZUR HAUT- & WUNDPFLEGE

Die Vogelmiere ist nicht nur in der Wildkräuterküche gesund und bekömmlich.
– Ihre entzündungshemmenden, juckreizlindernden Eigenschaften können in Form einer Salbe auch bei allerlei Hautbeschwerden (schlecht heilende Wunden, Juckreiz, Ausschläge…) eingesetzt werden.

WARMEN ÖLAUSZUG HERSTELLEN

Um eine Vogelmieren-Salbe herzustellen, stellt man vorher einen Ölauszug (=Mazerat) der entsprechenden Pflanze her. Ich mache in diesem Fall einen warmen Ölauszug.

Das macht man so: Nach dem Ernten und Säubern der Pflanze, lässt man sie etwas antrocknen. Das sollte man bei Ölauszügen generell machen, – ein Teil der Feuchtigkeit kann somit gleich verdunsten.

Anschließend wird die Pflanze zerkleinert, in einen passenden Topf (oder großes Laborglas) gegeben und mit so viel Öl (natives Olivenöl eignet sich hier sehr gut) übergossen, dass das Pflanzenmaterial bedeckt ist. Nun einen Topf mit Wasser aufsetzen und das Behältnis mit dem Vogelmiere-Olivenöl-Gemisch hineingeben. Der Ölauszug wird also im Wasserbad erhitzt. Das Erwärmen macht man etwa eine Stunde lang und lässt es dabei nicht heißer als ca. 60 Grad Celsius werden. In dieser Zeit werden viele Inhaltsstoffe der Vogelmiere herausgelöst und gehen in das Olivenöl über.

Anschließend deckt man das Ganze mit Küchenrolle oder Geschirrtuch ab, lässt es über Nacht stehen und filtert das Öl anschließend ab. Dies bitte gewissenhaft machen, damit das Vogelmierenöl sich auch etwas hält. Ich filtere anfangs durch ein grobes Sieb, dann durch ein Baumwolltuch und zum Schluss durch einen Kaffeefilter. Etwas aufwändig, aber dafür hält sich das Öl gut verschlossen leicht ein Jahr. Beschriften nicht vergessen!

Jetzt kann ich aus dem Ölauszug eine Vogelmiere-Salbe herstellen. Hier ein Rezept dazu: