Husten, Schnupfen & Co

Das Thema Erkältungen ist zu dieser Jahreszeit zwar nicht mehr neu, – aber leider immer noch topaktuell! Aus diesem Grund greife ich die Thematik gleich zu Jahresbeginn nochmal auf  und widme den heutigen Beitrag ganz und gar Husten, Schnupfen & Co! Mit den Rezepten und Anwendungen der nächsten Seiten ist man auf jeden Fall ein Stück weit gegen Erkältungen gewappnet! Viel Spaß beim Schmökern!


 

VORBEUGEN

Gerade mit ätherischen Ölen kann bereits präventiv mit abwehrsteigernden bzw. immunstimulierenden Mischungen gearbeitet werden.  So kann zum Beispiel aus Angelikawurzel, Bergamottminze, Mandarine, Bergamotte, Cajeput, Ravintsara, Lemongrass, Teebaum, Thymian linalool, Lavendel fein und einigen mehr – in Mandel- oder Jojobaöl –  ein Fußöl hergestellt werden. Täglich trägt man es ein- bis zweimal auf die Fußsohlen auf. Da man vorbeugend arbeitet, reicht eine 1%-ige Dosierung aus. Ich habe mit diesen Einreibungen sehr gute Erfahrungen, vor allem auch bei meinen Kindern, gemacht. Hier Rezepturen für mögliche Mischungen:

 

 


RAUMLUFTREINIGUNG

Einige ätherische Öle haben die Eigenschaft, die Raumluft zu reinigen bzw. zu desinfizieren. Die Keimzahl in der Luft wird durch das Vernebeln dieser Öle deutlich reduziert. Einige Zitrus- und Nadelöle eignen sich dafür sehr gut.

Im Besonderen sollten aber auf jeden Fall die Zitrone und die Weißtanne, gerne auch in Kombination, erwähnt werden. Sie sind sozusagen die Klassiker, wenn es um die Raumluftreinigung geht.

Raumluft desinfizierende Mischung für den Diffuser:

3 Tr. Zitrone
2 Tropfen Weißtanne

Doch auch Zitrone/Douglasie oder Grapefruit/Zirbelkiefer sind tolle Mischungen für den Diffuser.

Durch das Vernebeln der Öle entsteht zudem zusätzlich ein frisches, sauberes Raumklima, die Stimmung wird verbessert und die Konzentration gefördert. Optimal also auch in Schulen oder am Arbeitsplatz! Achtung: In Schulen muss das Einverständnis von allen Eltern gegeben sein.

Zu ätherischen Ölen gibt es mittlerweile übrigens viele Studien. So wurde zum Beispiel bereits 1995 bei einer Studie der MIE Universität herausgefunden, dass Zitrusdüfte die Immunabwehr steigern, aber auch Entspannung induzieren und depressive Zustände vermindern können. Dies aber nur am Rande.

 


FUßBAD

Fußbäder sind bei uns heißgeliebt und zwar nicht nur dann, wenn wir krank sind oder sich das Gefühl des Krank-Werdens breit macht. Nein, bei uns gibt es den kleinen Wannenspaß für die Füße ab Herbst irgendwie ständig, ja fast täglich. 😉 Und das ist auch gut so! Warum?

Sie machen warme Füße, duften herrlich und die Auswahl an ätherischen Ölen oder Hydrolaten kann ganz schnell und einfach auf die momentanen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Im Falle einer beginnenden Erkältung greife ich gerne zu Angelikawurzel, Lavendel, Thymian Ct. Linalool, Cajeput, Ravintsara, Niaouli oder auch Zitronenmyrte. Dazu mische ich gerne einen Tropfen Zitrusöl, wie etwa Mandarine rot, Orange oder Bergamotte. Bei Erwachsenen (und vor allem auch bei richtig kalten Füßen) kann es auch ein Tropfen Nelkenknospen– oder Ingweröl sein.

Ist man krank, mag man auch entspannende, beruhigende und einhüllende Öle. In eine Fußbad-Mischung kann man sie gut mit hineinnehmen. Geeignete Öle sind, wie schon oben angegeben, Lavendel und Bergamotte. – Aber auch Kamille römisch, Petit grain, Bergamotteminze oder Benzoe Siam passen gut.

Etwa 3 Tropfen ätherische Öle, in einem Schuss Milch oder Schlagobers emulgiert, reichen für ein Fußbad völlig aus. Nach dem Fußbad warm halten.

 


INGWER-ZITRONEN-TEE

Wer das vergangene Jahr Kräuter gesammelt hat, kann jetzt seinen Vorrat hervorholen und der Verkühlung den Garaus machen!

Tee in Form von schweißtreibenden Holunder- oder Lindenblüten, schmerzlinderndem Mädesüß oder schleimlösendem Thymian, um nur einige wenige zu nennen, gehören sozusagen zur Grundausstattung bei Erkältungen. Auch Salbeitee kann bei grippalen Infekten sowie Hals- und Rachenschmerzen eingesetzt werden.

Mein Favorit – wenn auch nicht heimisch – ist ein Tee aus Ingwer und Zitrone. Da kann ich auf die gekaufte „Heiße Zitrone“ (ich glaube, sie heißt so) getrost verzichten.

Ingwer, mittlerweile wächst er ja sogar in Österreich, ist entzündungshemmend, schmerzlindernd, hilft gegen Übelkeit, regt Verdauung sowie Stoffwechsel an und stärkt das Immunsystem. Die Zitrone enthält viel Vitamin C, stärkt die Abwehrkräfte, wirkt basisch und entsäuert somit den Körper (obwohl sie sauer schmeckt), ist antibakteriell, entzündungshemmend und fördert eine gesunde Verdauung.

Sowohl Ingwer als auch Zitrone sind fast überall in Bio-Qualität verfügbar und der Tee schmeckt zudem hervorragend.

Herstellung von Ingwer-Zitronentee:

Ein etwa daumengroßes Stück Bio-Ingwer samt Schale klein würfelig schneiden und mit einem ½ Liter heißen Wasser übergießen. 15 – 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und den ausgepressten Saft einer ½ Zitrone dazugeben. 

 


KRÄUTERHONIG

Auch ein Kräuterhonig eignet sich gut zur Linderung bei Erkältungsbeschwerden. Man kann ihn in den Tee oder aufs Brot geben bzw. auch ein Teelöffel davon direkt in den Mund.

Die Herstellung ist denkbar einfach, – noch dazu schmeckt er sehr gut. Die Kräuter können klarerweise variiert werden, ich habe meinen mit Thymian und Salbei gemacht.

 


HUSTENZUCKER

Husten- oder Erkältungszucker kann ebenfalls daheim hergestellt werden. Man benötigt dafür Kräuter wie Salbei, Lavendel, Mädesüß, Linden- oder Holunderblüten, aber auch Hagebutten, die vitaminreichen Früchte der Hundsrose, oder Ingwer passen gut.  Also alles Pflanzen, die schleimösende, auswurffördernde, schweißtreibende oder Immunsystem stärkende Wirkungen haben.

Vom Erkältungszucker kann nun ab und zu ein Teelöffel voll “gelutscht“ werden (ist natürlich viel Zucker, aber eine Erkältung ist hoffentlich auch eine Ausnahme). Oder man verwendet ihn zum Süßen von Tee oder heißer Zitrone.

Etwas aufpassen bei Schleimdrogen, wie etwa Eibisch, Malven oder Spitzwegerich. Die enthaltenen Schleimstoffe sind gut bei hartnäckigem Husten, Halsschmerzen bzw. Reizungen im Rachen, da sie sich wie ein unsichtbarer, schützender Film über die Schleimhäute legen und dabei reizlindernd wirken. Sie sind aber hitzeempfindlich, und werden deshalb eher in kaltem Wasser angesetzt, wo sie aufquellen.

Wie wird Hustenzucker hergestellt?

Für 100 g Hustenzucker:
Je nach gewünschter Intensität gibt man 10 – 20 g getrocknete Kräuter mit 80 – 90 g Zucker in eine Moulinette und zerkleinert alles. In Gläser abfüllen, verschließen und beschriften nicht vergessen! 

 


INHALIEREN MIT ÄTHERISCHEN ÖLEN & KRÄUTERN

Wenn es einen wirklich erwischt hat, ist Inhalieren oftmals sehr wohltuend. Verbindet man die Inhalation mit ätherischen Ölen, so können diese ihre zahlreichen Wirkungen (zB antibakteriell, antiviral, schleimlösend, abschwellend, entzündungshemmend…) auch auf diesem Wege entfalten. Gut bei verstopfter Nase oder Problemen mit den Nebenhöhlen. Gereizte Schleimhäute der oberen Atemwege können mittels Wasserdampf-Inhalation befeuchtet werden.

Soll es schnell gehen oder ist man unterwegs, eignet sich die Trockeninhalation sehr gut.
Dazu gibt man einen Tropfen ätherisches Öl auf ein Papiertaschentuch, hält es sich vor die Nase und atmet mehrmals tief ein. Hierfür eignen sich viele ätherische Öle, aber ich meine Cajeput, Ravintsara, Lavendel oder Thymian Ct. Linalool haben viele daheim. Bei Kleinkindern würde ich persönlich die Trockeninhalation nicht anwenden.

 

Bei der Wasserdampf-Inhalation können die genannten Öle gleichermaßen verwendet werden.
Dazu erwärmt man einen Liter Wasser (max. 70 ° C, bei Kindern maximal 50° C) in einem Topf. Ich gebe außerdem einen Esslöffel Salz dazu. Nun einen Tropfen ätherisches Öl hinzufügen und den Kopf darüber halten. Kopf und Topf mit einem Handtuch bedecken und den Wasserdampf einatmen. Für Kleinkinder eignet sich meiner Meinung nach diese Art von Inhalation nicht. Gerade mit dem heißen Wasser ist größte Vorsicht geboten!

 

Natürlich können anstatt ätherischer Öle auch Kräuter (Thymian, Salbei, Kamille, Lavendel…) ins heiße Wasser gegeben werden. Die Wirkstoffe können sich im Wasser lösen und werden mit dem Wasserdampf eingeatmet. Ansonsten gilt das gleiche wie bei der Wasserdampf-Inhalation.

 

Auch beim Duschen können erkältungswirksame ätherische Öle inhaliert werden. Bei der “Aromadusche“ werden etwa 5 Tropfen ätherischer Öle (Cajeput, Lavendel, Ravintsara, Zitronenmyrte…) in die Ecke der Dusche getropft. Durch den Wasserdampf verteilen sich die flüchtigen Stoffe der ätherischen Öle in der ganzen Dusche und werden dabei eingeatmet.

 


HUSTENBRUST-SALBE

Zwei- bis dreimal täglich mit einer Hustenbrust-Salbe einreiben, kann Linderung bei diversen Erkältungssymptomen verschaffen und die Abwehrkräfte stärken. Dazu beruhigende, einhüllende Öle, – eine Wohltat für Körper und Seele, die man gerade bei Krankheit gut brauchen kann.

Eine Salbe muss nicht immer mit Bienenwachs hergestellt werden. Auch mit Sheabutter und fettem Pflanzenöl erhält man eine recht pflegende Textur. Auch Kokosöl, vermischt mit ätherischen Ölen, kann verwendet werden.

 

Hustenbrust-Salbe – Zutaten:

35 g Sheabutter
15 g natives Pflanzenöl (Mandel,- Jojoba,- Olivenöl…)

Ätherische Öle & Dosierung:

Kleinkinder – ab 1 Jahr:
5 – 7 Tropfen kindgerechte, ätherische Öle
(zB  Thymian Ct. Linalool, Lavendel, Ho-Blatt, Benzoe, Cajeput am Rücken und auf den Fußsohlen, Atlaszeder, Manuka)

Kinder – ab ca. 3 bis 4 Jahren:
10 – 12 Tropfen ätherische Öle
(siehe oben, aber auch Ravintsara, Niaouli, Eukayptus radiata)

für Teenager und Erwachse:
15 – 20 Tropfen ätherische Öle
(siehe oben, aber auch Lorbeer, Eukalyptus globulus,  …)

Herstellung:

Sheabutter in einem Becherglas sanft schmelzen lassen (zB auf dem Heizkörper, der Schmelzpunkt liegt bei etwa 30° C), mit dem Pflanzenöl vermengen und abschließend die ätherischen Öle gut einrühren. Abfüllen, auskühlen lassen und schon ist die Hustenbrust-Salbe fertig.


 

Ich hoffe, ich konnte dir mit dem aktuellen Newsletter einige probate Rezepte, Hausmittel und Anwendungen vorstellen. Noch besser natürlich – gar nicht erst krank werden!

In diesem Sinne, – alles Liebe & viel Gesundheit wünscht dir Karin von „Wiese,Wald & Co“.

 

Wichtig: Der Inhalt des Newsletters ist als Anregung gedacht und kann bei körperlichen Beschwerden niemals einen Arztbesuch ersetzen.