NEWSLETTER MÄRZ 2019

Der März ist ja schon wieder fast um, – also allerhöchste Zeit für den Newsletter. Die ganze Zeit schon nehme ich mir vor ihn zu schreiben, doch die letzten Wochen waren etwas turbulent und zudem hat es mich – gerade die vergangenen, sonnigen Tage – sehr stark hinaus in die Natur gezogen.

 

FRÜHBLÜHER SO WEIT MEIN AUGE REICHT

Draußen steht gerade alles auf Neubeginn. Die Kraft und Energie auf Wald & Wiese ist fast schon greifbar, die Natur will sich wieder zeigen und entfalten. Viele Frühblüher sind bereits aus ihrem Winterschlaf erwacht und verwöhnen unsere Sinne auf vielfache Weise.

So freuen sich meine Augen über Schneeglöckchen, Blau- und Gelbsterne, Leberblümchen & Co. Frühlingsknotenblumen, Veilchen und Schlüsselblumen betören meine Nase und auch kulinarisch dürfen die ersten Wildkräuter in meine Küche einziehen. Ganz oben auf der Liste stehen bei mir gerade Taubnessel, behaartes Schaumkraut, Vogelmiere, Bärlauch und Gänseblümchen. In Form von Frühlingssalaten, Aufstrichen, Pestos oder schlicht aufs Butterbrot dürfen sie verspeist werden.

Nicht zu vergessen, – die Brennnessel. Ihre blutreinigenden, stoffwechselfördernden, stärkenden (…) Eigenschaften tun uns im Frühling sicherlich besonders gut. Ob nun als Tee, Tinktur oder frisch als Spinat, die Möglichkeiten sind vielfältig. Oder hast du vielleicht schon Brennnesselblätter-Chips probiert? Auch in Wildkräuter-Butter lässt sie sich wunderbar verarbeiten.

 

 


VEILCHEN-ÖLAUSZUG

Heute habe ich schließlich auch den ersten kalten Ölauszug angesetzt. Veilchenblüten in Jojobaöl, – ich liebe diese Zubereitung. Voriges Jahr habe ich sie in Kokosöl angesetzt, – allerdings geht ihre wunderbare, filigrane Duftnote neben dem intensiven Kokosöl-Duft fast unter. Aus diesem Grund habe ich mich heuer wieder für das beinahe geruchlose, gut verträgliche und universell einsetzbare Jojobaöl entschieden. Der Ölauszug wird in Cremen, aber auch in Zubereitungen zur Narbenpflege seinen Platz finden.

 

Wie mache ich einen Veilchen-Ölauszug (Kalt-Mazeration)?

– Saubere, trockene Veilchenblüten behutsam zerkleinern (Wiegemesser, Keramikmesser…).

– Locker in ein Schraubglas geben und mit Jojobaöl übergießen, – das Öl muss fingerbreit überstehen, so dass keine Pflanzenteile mehr herausragen.

– Die nächsten Tage mit einem Baumwolltuch abdecken, damit die restliche Feuchtigkeit entweichen kann. Später kann ein Schraubdeckel verwendet werden.

– Täglich (gerne auch mehrmals) umrühren, damit sich die Inhaltsstoffe gut herauslösen und ins Jojobaöl übergehen.

– Nach etwa 14 Tagen sorgfältig abfiltrieren, in saubere Flaschen abfüllen und beschriften. Kühl lagern.

 

Das nach Veilchen duftende Öl kann pur zur Körperpflege verwendet werden. Ich verarbeite es jedoch gerne in meiner Naturkosmetik (Bodylotion, Körperbutter…) oder stelle daraus einen Narbenbalsam, kombiniert mit ätherischen Ölen, her.

 

Rezept für einen Narbenbalsam

– 35 g Sheabutter schmelzen (30 – 40° C reichen aus) und 15 g Veilchen-Ölauszug einrühren.

– Naturreine äth. Öle: 8 Tropfen Lavendel, 4 Tropfen Karottensamen und 3 Tr. Benzoe zugeben. Falls Immortelle vorhanden ist, können gerne noch 2-3 Tr. davon hinzu gegeben werden.

– In geeignete Tiegel abfüllen, erkalten lassen und beschriften.

 

 


KNOSPEN – BESONDERE SCHÄTZE

In einem besonderes Ausmaß haben es mir in diesem Jahr die Knospen angetan. In unserem Garten oder auch im Wald kann ich kaum an Rose, Hollunder, Hasel, Buche, Esskastanie, Weide, Erle, Brombeere & Co (…) vorbeigehen, ohne mir nicht ein oder zwei Knospen zu stibitzen. Sie landen genüsslich in meinem Mund und erst heuer fällt mir der stark unterschiedliche Geschmack der vielen Knospen auf. Die Knospen (lat. gemma) enthalten viele wertvolle Pflanzenwirkstoffe. Sie beinhalten pflanzliches Embryonalgewebe, welches die gesamte lebenswichtige Information des Baumes bzw. der Pflanze enthält.

 

Sehr bekannt sind die Knospen die letzten Jahre vor allem auch deswegen wieder geworden, weil aus ihnen sogenannte Gemmopräparate (lat. gemma = Knospe) hergestellt werden. Wenige Knospen (1 Gramm sind für heimische Zwecke ausreichend) werden dabei in einem Gemisch aus pflanzlichen Glycerin und Alkohol über drei Wochen hinweg ausgezogen. Dieser Auszug wird anschließend filtriert, weiter verdünnt und in Fläschchen mit Sprühaufsatz abgefüllt. Vorwiegend werden sie innerlich verwendet, also in den Mund gesprüht (oder auch tropfenweise), – da man auf diesem Weg bereits über die Mundschleimhaut eine recht gute Aufnahme der Inhaltsstoffe erzielen kann.

 

So ist der Klassiker unter dem Knospen-Mazeraten vermutlich die schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum). Sie ist entzündungshemmend, kortisonähnlich, kann bei den ersten Anzeichen einer Erkältung verwendet werden und soll vor allem bei Heuschnupfen hervorragende Dienste leisten. Ich habe die schwarzen Ribiselknospen heuer das zweite mal angesetzt (nach maximal zwei Jahren sollten die Knospenauszüge aufgebraucht sein) und habe sie gerne in Verwendung.

In diesem Jahr aber hat mich das „Knospenfieber“ ein wenig erwischt und so sieht man mich zur Zeit recht viel in den umliegenden Wäldern umherhuschen, mitunter eben auch auf der Suche nach bestimmten Knospen. So habe ich letzte Woche die wilden Heidelbeeren besucht und heute die Himbeeren. Die Hasel und der Holunder sind schon im Fläschchen, über die Birke würde ich mich noch freuen.

 

Hier einige Beispiele:

Himbeere: Frauenmittel, Menstruationsbeschwerden, PMS, harmonisierend auf das weibliche Hormonsystem
Hasel: lymphanregend, Lungenbeschwerden, Bronchitis
Hängebirke: entgiftend, ausleitend, erneuernd, für die Frühlingskur,  entzündungshemmend
Sanddorn: stärkend auf das Immunsystem, Erschöpfungszustände, Rekonvaleszenz, Grippe, Infektionen (…)
Schwarze Johannisbeere: kortisonähnliche Wirkung, DAS Mittel bei entzündlichen Prozessen, Erkältungen, immunstärkend, Allergien, Heuschnupfen (…)

 

 

Wie wird ein Knospen-Mazerat (Gemmoauszug) hergestellt?

– Ein Gramm Knospen (ausreichend!) zerkleinern und in ein Braunglas (oder kleines Schraubglas) geben.

– 10 ml pflanzliches Glycerin 85 % und 10 ml Alkohol 70 % dazugeben.

– Drei Wochen lang ausziehen lassen, dabei täglich mindestens einmal schütteln, um die Inhaltsstoffe zu lösen.

– Sauber abfiltrieren und nun nochmals verdünnen mit 90 ml Glycerin 85 % und 90 ml Alkohol 70 %. Gut  mischen.

– In geeignete Fläschchen (ich verwende 50 ml Braungläser) mit Zerstäuberaufsatz abfüllen und beschriften.

– Haltbarkeit maximal zwei Jahre.

 

Gerade bei den Knospen möchte ich unbedingt erwähnen, dass diese mit Bedacht gesammelt werden sollten. Eine alte Regel sagt, man solle sie mit dem Fingerhut sammeln. Es soll ein Hinweis darauf sein, dass für ihren naturheilkundlichen Einsatz  bereits wenige Knospen ausreichend sind.

 

KNOSPENSALZ

Eine andere Möglichkeit, um die gesunden Knospen zu verarbeiten und sie für uns quasi haltbar zu machen, ist das Knospensalz.

Dazu sammle ich jeweils wenige Knospen von verschiedenen Pflanzen und gebe sie nach und nach zerkleinert in mein Salz. Ich habe etwa 200 g Salz in ein Glas gefüllt und gebe pro Pflanze vielleicht 5-10 Knospen (von der Größe abhängig) dazu. Man darf dabei ruhig auf sein eigenes Gefühl hören.

Aktuell habe ich vier verschiedene Knospenarten (Rose, Holunder…) drinnen, – immer darauf achten, dass die Pflanzenteile gut mit Salz bedeckt sind. Ich werde wohl noch ein bis zwei Knospenarten hinzugeben und das Knospensalz abschließend in der Moulinex zerkleinerm. Trocknen lassen und fertig ist mein Vorrat. 🙂

 

 


AROMA-SCHOKI – EINFACH LECKER

Zum Abschluss des März-Newsletters möchte ich mit euch noch mein Aroma-Schoki-Rezept teilen. Sie ist ganz einfach in der Herstellung und man benötigt nur wenige Zutaten. Ich habe sie letztens für meine Teilnehmerinnen im Kurs „Hausapotheke – Ätherische Öle für jeden Tag“ gemacht und ich muss sagen, sie ist recht gut angekommen.


In wünsche dir noch ein paar schöne Märztage! Bis zum nächsten Mal bei „Wiese, Wald & Co“!

Alles Liebe!