Angelikawurzel – Lebenskraft & Stärke

Bestimmt kennst du sie – die anmutige, mächtige und so besondere Angelikawurzel. – „Angelica archangelica“ so der botanisch korrekte Name, ist in der Volksheilkunde eher unter dem aussagekräftigen Namen „ENGELwurz“ bekannt. Der Legende nach brachte ein Engel sie einst in Zeiten größer Not auf diese Erde. Die Menschen setzten sie dann mit Erfolg gegen die Pest ein. Auch „Brustwurz“ ist einer ihrer vielen Volksnamen und deutet wohl auf ihre heilenden Kräfte bei Atemwegserkrankungen hin. Der Name „HEILIGENwurz“ wiederum zeigt, welch hohen Stellenwert die Angelikawurzel seit jeher in der Volksheilkunde gehabt haben muss.

 

Dieser meist zweijährige Doldenblütler begleitet mich schon viele Jahre. Als ich meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin gemacht habe, war sie meine Projekt-Pflanze über die ich vor meinen Kollegen/innen referiert habe.Und ich kann mich noch gut an die großen Augen erinnern, als ich den getrockneten Stängel der Engelwurz als Anschauungsmaterial durchgegeben habe. Die echte Engelwurz kann immerhin eine Höhe von 2,5 Metern erreichen. Der Durchmesser des hohlen Stängels war mindestens fünf Zentimeter.Über den  Duft des ätherischen Öls hingegen waren sich meine Kollegen/innen so gar nicht einig. Die einen waren hin und weg, die anderen nahmen es schlicht als furchtbar wahr. Vielleicht ist sie so, die Engelwurz – sie polarisiert ein wenig.

 

 

Anfang des Jahres habe ich etwas AngelikaSAMEN-Hydrolat bekommen. Es war ganz frisch destilliert (vielleicht 2 Tage alt) und ich hab mir sofort eines mit nach Hause genommen. – Daheim habe ich gleich ein Raumspray damit hergestellt, zum Einsatz bei Erkältungen und vorbeugenden Stärkung des Immunsystems. Der Duft war aber noch sehr gewöhnungsbedürftig, so dass ich es erstmal einige Zeit „zum Reifen“ stehen ließ. Das Hydrolat braucht meiner Meinung einfach seine Zeit um „ganz“ zu werden. Nach ein paar Wochen war es für mich perfekt und mittlerweile habe ich es bereits mehrere Male nachgemischt. Der Duft des Hydrolats ist runder geworden und hat sich toll mit den von mir dazugemischten ätherischen Ölen verbunden. Gut Ding braucht eben Weile! Wenige Sprühstöße pro Zimmer reichen übrigens, da es sehr intensiv duftet.

 

Diese Woche wiederum hatte ich die Möglichkeit, Daniel von SENSOLEO bei der Destillation von AngelikaWURZEL zu begleiten.  Den intensiven Duft zu Beginn kann man wirklich schwer beschreiben. Ich brauchte direkt eine Prise frische Luft. Für mich geht das so stark hinein, – man merkt unmittelbar, dass man es auf jeder Ebene mit einem kräftigen und kräftigenden Öl/Hydrolat zu tun hat.

Das Angelikahydrolat kann aber nicht nur bei Erkältungskrankheiten oder zur Unterstützung des Immunsystems eingesetzt werden (zB. auch im Diffuser), sondern durch seine entkrampfenden und blähungswidrigen Eigenschaften auch bei Verdauungsschwierigkeiten.

Hat man die mächtige Gestalt der Engelwurz vor Augen, so kann man sich zudem gut vorstellen, dass sie einerseits Schutzwirkung auf uns hat und uns andererseits bei Schwächezuständen „aller Art“ zu stärken vermag. Ob nun in der Rekonvaleszenz,  bei geistigen Erschöpfungszuständen, Ängsten, Unruhe, Stress – immer dann, wenn wir Kraft & Stärke (Verwurzelung) brauchen, um wieder zurück in unsere Mitte zu kommen (oder mit den Füßen zurück auf den Boden), kann uns die Engelwurz eine wunderbare Begleiterin sein.

Das obige Rezept kann natürlich entsprechend abgeändert werden. Für angstlösende, beruhigende bzw. ausgleichende Mischungen kann zum Beispiel mit den ätherischen Ölen von Bergamotte, Bergamotteminze oder Lavendel kombiniert werden. Wenige Tropfen der fantastisch riechenden Zitronenmyrte, Melisse oder auch etwas Neroli eignen sich ebenfalls gut, um nur einige zu nennen. Das Angelikahydrolat selber lässt sich ebenfalls gut mit anderen Pflanzenwässern, wie etwa Lavendel, Rose oder Orangenblütenhydrolat, mischen.

Das ätherische Angelikawurzelöl enthält neben mehr als 90 % Monoterpenen (v.a. alpha-Pinen und Limonen) mitunter übrigens auch Furocumarine, die die Lichtempfindlichkeit der Haut unter der Einwirkung von UV-Strahlung erhöhen. Daher bei der Anwendung von Körperölen, die das ätherische Öl enthalten, vorsichtig sein!

Mit den Wurzeln kann man natürlich auch einen tollen Ölauszug herstellen, den man dann zu einer Erkältungssalbe weiterverarbeiten kann. Bei den ersten Anzeichen von Schnupfen & Co trägt man ihn einfach auf die Fußsohlen, den Rücken oder die Brust auf.

 

Nutzt du die Angelikawurzel auch so gerne wie ich? Vielleicht in Form von feinen Räucherungen, im Diffuser oder auch als Salbe? Ich freue mich über deinen Kommentar.

 

Bis bald & alles Liebe!