Newsletter Jänner 2018

Das neue Jahr ist schon wieder beinahe einen Monat alt und ich hoffe, du bist gut und gesund in 2018 angekommen. Der Winter ist ja eher spärlich, zumindest bei uns hier im Donautal, und Temperaturen bis 10 Grad Celsius sind mitunter immer wieder mal dabei. Entsprechend kann man auch schon beobachten, wie die Natur in den Startlöchern steht und darauf wartet in allen Grüntönen aus der Erde zu sprießen! Schneeglöckchen und Schlüsselblume (!) habe ich bereits vor zwei Wochen auf meiner Walkingstrecke entdeckt. Was für ein wunderschöner, wenn auch verfrühter Anblick!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WILDE KRÄUTER KULINARISCH GENIESSEN

Eines der Wildkräuter, die man – je nach Witterung – beinahe ganzjährig finden kann, ist die Vogelmiere. Stellaria media, so ihr botanischer Name, ist eine flach wachsende Pflanze mit einem saftigen, runden und einreihig behaarten Stängel, frischgrünen Blättern und kleinen weißen Sternblüten. Gut erkennen lässt sie sich auch an ihrem Geschmack, der eindeutig nach jungem Mais kommt. So oder so sollte sie in der Wildkräuterküche ihren fixen Platz haben. – Sie steckt voller Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Eisen) und auch Vitamine (vor allem Vitamin A und C). Nach dem Abschneiden der Triebspitzen die Vogelmiere am besten frisch in einem Aufstrich, aufs Butterbrot oder im Salat genießen. Auch in ein Wildkräuterpesto passt sie gut hinein.

 

 

WILDE KRÄUTER ZUR HAUT- & WUNDPFLEGE

Die Vogelmiere ist nicht nur in der Wildkräuterküche gesund und bekömmlich.
– Ihre entzündungshemmenden, juckreizlindernden Eigenschaften können in Form einer Salbe auch bei allerlei Hautbeschwerden (schlecht heilende Wunden, Juckreiz, Ausschläge…) eingesetzt werden.

WARMEN ÖLAUSZUG HERSTELLEN

Um eine Vogelmieren-Salbe herzustellen, stellt man vorher einen Ölauszug (=Mazerat) der entsprechenden Pflanze her. Ich mache in diesem Fall einen warmen Ölauszug.

Das macht man so: Nach dem Ernten und Säubern der Pflanze, lässt man sie etwas antrocknen. Das sollte man bei Ölauszügen generell machen, – ein Teil der Feuchtigkeit kann somit gleich verdunsten.

Anschließend wird die Pflanze zerkleinert, in einen passenden Topf (oder großes Laborglas) gegeben und mit so viel Öl (natives Olivenöl eignet sich hier sehr gut) übergossen, dass das Pflanzenmaterial bedeckt ist. Nun einen Topf mit Wasser aufsetzen und das Behältnis mit dem Vogelmiere-Olivenöl-Gemisch hineingeben. Der Ölauszug wird also im Wasserbad erhitzt. Das Erwärmen macht man etwa eine Stunde lang und lässt es dabei nicht heißer als ca. 60 Grad Celsius werden. In dieser Zeit werden viele Inhaltsstoffe der Vogelmiere herausgelöst und gehen in das Olivenöl über.

Anschließend deckt man das Ganze mit Küchenrolle oder Geschirrtuch ab, lässt es über Nacht stehen und filtert das Öl anschließend ab. Dies bitte gewissenhaft machen, damit das Vogelmierenöl sich auch etwas hält. Ich filtere anfangs durch ein grobes Sieb, dann durch ein Baumwolltuch und zum Schluss durch einen Kaffeefilter. Etwas aufwändig, aber dafür hält sich das Öl gut verschlossen leicht ein Jahr. Beschriften nicht vergessen!

Jetzt kann ich aus dem Ölauszug eine Vogelmiere-Salbe herstellen. Hier ein Rezept dazu:

 

 

In diesem Zusammenhang freue ich mich auch schon wieder sehr auf die „Wiesen- & Waldapotheke“. Die Frühlingsausgabe von diesem umfangreichen Workshop findet am 28. April statt.

Dabei werden wir die umliegenden Wiesen und Wälder erkunden und schauen, welche Heil– und Wildkräuter wir für unsere Zubereitungen ernten dürfen. In der Kräuterküche werden daraus dann Mazerate, Tinkturen, Salben, Kräutergels und ähnliches hergestellt. Auch das gemeinsame Destillieren von Kräutern (zB Melisse, getrockneter Lavendel, …) und somit bei der Herstellung von ätherischen Ölen und Hydrolaten dabei zu sein, ist ein besonders Duft-Highlight in diesem Workshop. Anmeldung möglich unter karin@wiesewaldundco.at.

NOCH IMMER LÄUSE….

Weil es im Bekanntenkreis gerade wieder Läuse gab, greife ich auch hier das Thema nochmals auf. Es gibt einige ätherische Öle, die insektenabweisend sind. Das heißt, Läuse, Zecken & Co wollen bestimmte Inhaltsstoffe der jeweiligen Öle nicht riechen und meiden sie. Vorbeugend kann man sich dies zunutze machen, in dem man eben diese Öle in geeigneter Form auf Jackenkragen, Mütze oder evtl. auf die Haare aufträgt.

Am einfachsten stellt man ein Spray her und benutzt es in der typischen Läusezeit einfach jeden Tag, bevor die Kinder außer Haus gehen. Hier habe ich ein mögliches Rezept:

 

Insektenabweisende ätherische Öle sind zB auch noch: Zitroneneukalyptus, Zitronenmyrte, Zitrone, Rosengeranie, Litsea cubeba, Patchouli, Manuka, Lavandin, Zypresse, Nelke, Pfefferminze, Eukalyptus globulus und einige andere.

Bitte jedoch unbedingt beachten, dass nicht alle genannten Öle für den Einsatz bei Kindern geeignet sind. Speziell Nelke, Pfefferminze und Eukalyptus globulus sind nichts für kleine Kinder. Generell gilt es, bei Kindern das Alter und dessen Konstitution zu beachten. Neben der Auswahl des richtigen Öles spielt vor allem auch die richtige Verdünnung und die Qualität eine ganz große Rolle!

Der praxisbezogene Tages-Workshop „Ätherische Öle für Kinder“ beschäftigt sich mit sämtlichen Fragen rund um dieses Thema. Er findet das nächste Mal am 17. März statt.

DEKORATIVE KOSMETIK

Kürzlich habe ich mir wieder einmal sehr schöne Farbpigmente gekauft. Es sind dabei recht schöne Lippenstifte entstanden, die ich dir gerne zeigen möchte. Ich habe wirklich viel ausprobiert (… jetzt habe ich etwa 20 Lippenstifte mehr…) und letzten Endes das nachstehende Rezept am angenehmsten empfunden. Es ist von der Zutatenliste her relativ einfach gehalten, damit ist es aber auch einfacher nachzumachen.

Falls du einen Versuch wagst, dann gieße die Masse in ganz normale Lippenpflegehülsen, anschließend gleich ab ins Gefrierfach oder in den Kühlschrank, aushärten lassen und fertig!
Möchtest du richtige Lippenstifthülsen verwenden, so muss die heiße Masse vorher in geeignete Formen gegossen werden. Die „Rohstifte“ müssen nach dem Aushärten dann in die leeren Hülsen eingesetzt werden. – Man darf jedenfalls nicht direkt in die Hülsen hineingießen, sowie das bei den klassischen „Labellohülsen“ eben schon geht.

Falls du Pigmente kaufst, achte darauf, dass diese für die Lippen verwendet werden dürfen. Es gibt hier sogenannte Anwendungsbereiche, die festlegen, wofür die Pigmente eingesetzt werden dürfen. Alles im Anwendungsbereich 1 und 2 darf für Lippenstifte verwendet werden.

Diese Farbpigmente (und noch so einiges mehr) gibt es übrigens im bio-zertifizierten Shop von „Kräuter und Geist“. Achtung – Geldbörserl richten – man findet dort immer etwas, was man gerade unbedingt noch braucht! 😉

So – lange Rede, kurzer Sinn – hier nun mein Rezept:

 

Im Frühsommer gibt es zum Thema „Dekorative Kosmetik“ voraussichtlich einen Workshop. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

ÄTHERISCHE ÖLE BEI SCHMERZEN

Den Workshop „Ätherische Öle bei Schmerzen“ gibt es ab heuer neu in meinem Repertoire. Ich durfte in den vergangenen Jahren viele positive Erfahrungen in diesem Bereich machen und es verblüfft mich immer wieder aufs Neue, wie die ätherischen Öle uns mit ihren zahlreichen Inhaltsstoffen wirksam unterstützen.

Von Rückenschmerzen über Gelenks– und Muskelbeschwerden bis hin zu Prellungen, Kopf– oder Halsschmerzen…die Teilnehmer werden in diesem Zusammenhang einige Öle kennenlernen und auch entsprechende Produkte (Traumasalbe, Schmerzöl…) herstellen. Der Workshop findet am Donnerstag, 26. April von 18.30 bis 21.30 Uhr statt.

Bis zum nächsten Mal – ich wünsche dir noch einen schönen Jänner! Liebe Grüße wünscht dir Karin von „Wiese, Wald & Co“!

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NEWSLETTER JÄNNER 2018